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Nibelungenstraße,
Fremdenverkehrsstraße durch den Odenwald. Die
größtenteils durch Hessen verlaufende Route hat
eine Gesamtlänge von 106 Kilometern. Zusammen
mit der Siegfriedstraße bildet sie eine
Rundreise auf den Spuren der Nibelungen.
Ausgehend von der alten Stadt Worms führt sie
von der Ebene des Oberrheins in den mit dichten
Laubwäldern bestandenen Vorderen Odenwald. Zu
den Stationen gehören das alte Städtchen Lorsch
mit den eindrucksvollen Resten einer bedeutsamen
Abtei aus dem 8. Jahrhundert, Bensheim und
Michelsstadt, das Zentrum des Odenwaldes mit
seinen imposanten historischen Bauten.
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Nibelungenlied,
mittelhochdeutsches Heldenepos von unbekannter
Autorschaft, das um 1200 im Donauraum zwischen
Passau und Wien entstand. Das Nibelungenlied
besteht aus mehr als 2 000 Strophen, die
ihrerseits in 39 aventiuren gegliedert
sind. Eine inhaltliche Zäsur findet sich bei der
19. aventiure, die die zwei aufeinander
aufbauenden Teile verbindet. Die Strophe des
Epos setzt sich aus vier sich paarweise
reimenden Langzeilen zusammen. Die Anverse
weisen vier Hebungen auf, deren letzte zumeist
auf eine nebentonige Silbe fällt
(Nibelungenstrophe).
Der erste
Teil des Nibelungenliedes beginnt mit der
formelhaften Eröffnung „Uns ist in alten maeren /
wunders viel geseit”. Er erzählt vom Werben
Siegfrieds um Kriemhild, die Tochter des
burgundischen Königs, schildert beider
Vermählung und Siegfrieds Tod durch Hagen.
Gleichzeitig wird davon berichtet, wie König
Gunther die gleichermaßen schöne wie starke
Brünhild gewinnt und ehelicht. Der zweite Teil
beschreibt Kriemhilds mit Hilfe des Hunnenkönigs
Etzel (Attila) vollzogene Rache für den Tod
ihres Mannes, die letztlich zum Untergang des
Burgundenreiches führt. Historisch liegt dem
zweiten Teil der Sieg der Hunnen über die
Burgunden 436 bzw. 437 zugrunde. Auch einige
Namen sind urkundlich belegt, so der eines
Burgundenkönigs Gundicarius oder Gundeharius
(Gunther).
Vom
Nibelungenlied liegen neben 23 Fragmenten elf
Handschriften vor, die allerdings ebenfalls
nicht alle vollständig überliefert sind. Die
drei ältesten, die Hohenems-Münchener, die Sankt
Gallener und die Donaueschinger Handschrift,
gehen auf die Mitte bzw. das Ende des
13. Jahrhunderts zurück. Der beliebte Stoff
selbst wurde bis ins 16. Jahrhundert kompiliert.
1755 machte J. H. Obereit neuerlich auf das
Nibelungenlied aufmerksam. In der Folge wurde es
von Johann Jakob Bodmer (1757) und – erstmals
vollständig – von C. H. Myller (1782)
veröffentlicht.
Das
Nibelungenlied wirkte nachhaltig auf die
Heldenepik der Folgezeit. So wurde mit der Figur
der Kudrun Mitte des 13. Jahrhunderts eine
positive Gegenfigur zur aufbrausenden Kriemhild
geschaffen (Kudrun-Dichtung). Auch die
Dietrichepik verweist auf das Nibelungenlied.
Dramatische Bearbeitungen des Stoffes finden
sich bei Hans Sachs (Tragedia, 1557),
Friedrich Baron de la Motte Fouqué (Der Held
des Nordens, 1808-1810), Richard Wagner (Der
Ring des Nibelungen, 1853), Emanuel Geibel (Brunhild,
1857) sowie bei Friedrich Hebbel (Die
Nibelungen, 1861).
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